Gebäudebestand in Berlin
Berlin ist die Hauptstadt der Mehrfamilienhäuser. Ende 2025 zählte die Stadt rund 2,07 Millionen Wohnungen in etwa 338.000 Wohngebäuden, verteilt auf 12 Bezirke und 96 Ortsteile mit sehr unterschiedlichem Charakter. Die Gründerzeit-Altbauten bis 1918 machen etwa ein Viertel des Bestands aus und prägen Viertel wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Charlottenburg und Schöneberg: dicke Ziegelwände, hohe Decken, oft Kastenfenster. Rund 12 Prozent stammen aus der Zwischenkriegs- und frühen Wiederaufbauzeit, mehr als die Hälfte des Bestands entstand zwischen 1949 und 2010, darunter die großen Plattenbausiedlungen im Osten (Marzahn, Hellersdorf, Lichtenberg) und der Zeilenbau im Westen.
Einfamilien- und Reihenhäuser finden sich vor allem in den Randbezirken Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick und Reinickendorf. Für die energetische Bewertung ist entscheidend: Jede Baualtersklasse bringt typische Schwachstellen mit. Unsanierte Nachkriegsbauten der 1950er bis 1970er Jahre haben oft Wärmebrücken und schlechte Dämmwerte, während teilsanierte Plattenbauten dank nachträglicher Fassadendämmung und neuer Fenster energetisch häufig besser dastehen, als ihr Ruf vermuten lässt.
Der moderne Bestand ab 2011 wächst mit rund 11.000 Fertigstellungen pro Jahr weiter. Große neue Stadtquartiere entstehen im Schumacher Quartier auf dem ehemaligen Flughafen Tegel (klimaneutraler Holzbau), in Siemensstadt Square und im Gartenfeld in Spandau sowie im Blankenburger Süden in Pankow mit langfristig bis zu 6.000 Wohnungen.
