1. GEBÄUDEBESTAND & BAUSUBSTANZ
Königs Wusterhausen (KW) weist einen stark heterogenen Gebäudebestand auf, der die historische Entwicklung vom Ackerbürgerstädtchen über die DDR-Industrie- und Funkstadt bis hin zum modernen Berliner Speckgürtel widerspiegelt.
* Dominierende Gebäudetypen: In den Ortsteilen (Senzig, Zernsdorf, Zeesen) dominieren ganz klar Einfamilienhäuser (EFH) und Bungalows, oft auf großen Wald- oder Wassergrundstücken. In der Kernstadt und im Neubaugebiet (Wohnkomplex Nord) prägen Mehrfamilienhäuser (MFH) und DDR-Plattenbauten (WBS 70) das Bild. * Baualtersklassen: * *Vor 1945:* Altbauten und Gründerzeitvillen (v.a. Kernstadt, Bahnhofsumfeld). * *1960–1989:* Starker Zuwachs an Plattenbauten und DDR-Eigenheimen. * *1990–2010:* Erster großer Speckgürtel-Boom (viele EFH-Siedlungen, Reihenhäuser). * *Ab 2010:* Nachverdichtung und moderne Stadtvillen. * Energieeffizienzklassen im Bestand: Der Durchschnitt in KW liegt bei den Klassen D bis F. Die Plattenbauten wurden in den späten 90er und frühen 2000er Jahren oft teilsaniert (Fassade, Fenster), erreichen heute aber oft nur noch C oder D. Unsanierte EFH aus der Vor- und Nachkriegszeit fallen häufig in G oder H. * Heizsysteme: Gas ist der absolute Platzhirsch, bedingt durch den starken EFH-Zuwachs der 90er Jahre. In der Kernstadt und im Neubaugebiet Nord dominiert Fernwärme (betrieben durch die Stadtwerke KW). Ölheizungen finden sich noch in älteren, dezentralen EFH-Lagen. Wärmepumpen sind im Neubau ab 2015 Standard, im Bestand aber noch in der Minderheit. * Sanierungsstau: Ein zweiter Sanierungszyklus steht an. Gebäude, die in den 90er Jahren saniert oder gebaut wurden, benötigen nun neue Heizungen (GEG-Vorgaben) und Dachsanierungen. * Neubaugebiete: Das größte und umstrittenste Projekt ist der "Königspark". Hier soll ein komplett neues Stadtquartier für bis zu 5.000 Menschen entstehen (Mischung aus Wohnen und Gewerbe).