1. GEBÄUDEBESTAND & BAUSUBSTANZ
Schönefeld weist einen extrem heterogenen Gebäudebestand auf, der stark durch das rasante Wachstum der letzten Jahre geprägt ist.
* Dominierende Gebäudetypen: Es gibt eine scharfe Zweiteilung. In Ortsteilen wie Großziethen dominieren klassische Einfamilienhäuser, Reihenhäuser und Doppelhaushälften. Im Bereich Schönefeld-Nord (rund um das Rathaus und den Bahnhof) dominiert massiver, mehrgeschossiger Neubau (Geschosswohnungsbau). Zudem gibt es einen extrem hohen Anteil an Gewerbe- und Logistikimmobilien (Waltersdorf, Flughafen-Umfeld). * Baualtersklassen: * Historische Dorfkerne (vor 1945): Geringer Anteil. * DDR-Bestand (1950–1989): Vorhanden, aber im Gesamtbild schrumpfend. * Neubau-Boom (ab 2000, extrem ab 2010): Schönefeld ist eine der am schnellsten wachsenden Gemeinden Deutschlands. Der Anteil an Gebäuden mit Baujahr nach 2010 ist überdurchschnittlich hoch. * Energieeffizienzklassen: Der massive Neubauanteil drückt den Durchschnitt in den grünen Bereich (Klassen A und B). Im Altbestand (Einfamilienhäuser der 70er bis 90er Jahre in Großziethen) dominieren jedoch die Klassen D bis G. * Heizsysteme: Im Altbestand dominiert Gas. Ölheizungen sind in den ländlicheren Ortsteilen (Selchow, Kiekebusch) noch anzutreffen. In den großen Neubaugebieten (Schönefeld-Nord) dominieren Fernwärme und Wärmepumpen. * Sanierungsstau: Ein Sanierungsstau besteht primär bei Einfamilienhäusern der Baujahre 1950–1990. Eine Besonderheit ist das Schallschutzprogramm des BER: Viele Eigentümer haben in den letzten Jahren stark geförderte Schallschutzfenster und Dachdämmungen erhalten, was die energetische Qualität des Altbestands passiv stark verbessert hat. * Denkmalschutz: Sehr geringer Anteil. Es beschränkt sich meist auf alte Dorfkirchen oder vereinzelte historische Bauernhöfe. * Neubaugebiete: Schönefeld-Nord (nördlich der Hans-Grade-Allee) ist eines der größten zusammenhängenden Neubaugebiete Brandenburgs.