1. GEBÄUDEBESTAND & BAUSUBSTANZ
Luckenwalde weist eine historisch gewachsene, sehr heterogene Bausubstanz auf, die für die Erstellung von Energieausweisen (insbesondere Bedarfsausweisen) ein hohes Potenzial bietet.
* Dominierende Gebäudetypen: Das Stadtbild ist geprägt von einer Mischung aus Gründerzeitbauten im Zentrum, expressionistischer Industriearchitektur (z.B. Hutfabrik), DDR-Wohnungsbau (Plattenbauten/Großwohnsiedlungen wie "Burg") sowie weitläufigen Einfamilienhaus-Siedlungen an den Stadträndern. * Baualtersklassen: Ein großer Teil des Bestandes stammt aus der Zeit vor 1949 (Zentrum) sowie aus den Jahren 1970–1989 (DDR-Wohnungsbau). Neubauten (ab 2000) machen einen vergleichsweise geringen, aber wachsenden Anteil aus. * Energieeffizienzklassen: Im un- oder teilsanierten Altbau (Gründerzeit, frühe Nachkriegszeit) dominieren die Klassen F bis H. Die DDR-Plattenbauten wurden nach der Wende oft energetisch teilsaniert (Fassadendämmung, Fenster) und liegen häufig im Bereich C bis E. * Sanierungsquote & Sanierungsstau: Es gibt einen deutlichen Sanierungsstau bei privaten Ein- und Zweifamilienhäusern der Baujahre 1950–1980. Hier steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel an, was den Bedarf an Energieausweisen für den Verkauf massiv treiben wird. * Heizsysteme: Erdgas ist der dominierende Energieträger. Luckenwalde verfügt jedoch über ein gut ausgebautes Fernwärmenetz (betrieben durch die Städtischen Betriebswerke), das vor allem die Mehrfamilienhäuser und öffentlichen Gebäude versorgt. Wärmepumpen finden sich fast ausschließlich im Neubau oder bei Kernsanierungen. * Denkmalschutz: Luckenwalde hat eine hohe Dichte an Baudenkmälern (über 150 Einzeldenkmale), insbesondere im Bereich der Industriearchitektur und der Innenstadt. Für diese Gebäude gelten Ausnahmen bei der Energieausweispflicht, was in der Beratung kommuniziert werden muss.