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Wärmepumpe Förderung Berlin 2026: Was der Staat zahlt und was Ihr Altbau dazu sagt

Wärmepumpe Förderung Berlin 2026: Was der Staat zahlt und was Ihr Altbau dazu sagt | energiepass BERLIN, Telefon 0152 060 777 67
Stephan Grosser, Energieausweis-Experte Berlin
Stephan Grosser Immobilienexperte für Energieausweise seit 2018

Für eine Wärmepumpe in Berlin zahlt die KfW 2026 zwischen 30 und 80 Prozent der Kosten. Förderfähig sind 28.000 Euro für die erste Wohneinheit, macht im besten Fall 22.400 Euro Zuschuss. Dazu kommen die Programme des Landes Berlin über die IBB. Die schwierigere Frage ist nicht das Geld, sondern ob Ihr Haus mitspielt.

Ich sehe in Berliner Heizungskellern jede Woche dasselbe Bild: ein Gaskessel von 2004, ein Eigentümer mit einem Förderrechner auf dem Handy und die Frage, ob das im Altbau überhaupt funktioniert.

Die Fördersätze finden Sie überall. Die ehrliche Antwort auf die zweite Frage selten.

Wie hoch ist die Wärmepumpen-Förderung 2026 genau?

Die KfW fördert den Heizungstausch über den Zuschuss 458 mit 30 Prozent Grundförderung. Dazu kommen 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und, abhängig vom Einkommen, weitere 10 bis 40 Prozent. Mehr als 80 Prozent gibt es nie, egal wie viele Boni zusammenkommen.

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Sätze. Wer noch mit den alten Zahlen rechnet, rechnet falsch.

BausteinSatzWer bekommt ihn
Grundförderung30 %alle privaten Eigentümer, auch Vermieter
Klimageschwindigkeitsbonus16 %nur selbstnutzende Eigentümer, beim Tausch einer funktionstüchtigen fossilen Heizung
Einkommensbonus40 / 30 / 10 %nur Selbstnutzer, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 und 50.000 Euro
Obergrenze80 %gilt für die Summe aller Bausteine

Zwei Dinge haben sich im Juli geändert, und beide sollten Sie kennen. Der Klimageschwindigkeitsbonus ist von 20 auf 16 Prozent gesunken und wird ab 2027 stufenweise weiter abgeschmolzen. Der Effizienzbonus von 5 Prozent für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel ist ersatzlos entfallen.

Im Gegenzug stieg der Höchstsatz von 70 auf 80 Prozent, und der Einkommensbonus wurde feiner gestaffelt. Für Haushalte mit kleinem Einkommen ist die Förderung damit besser geworden, für alle anderen etwas schlechter.

Auf welche Summe wird der Prozentsatz überhaupt gerechnet?

Nicht auf Ihre Rechnung, sondern auf einen Deckel. Für die erste Wohneinheit sind 28.000 Euro förderfähig, für die zweite bis sechste je 15.000 Euro, ab der siebten je 8.000 Euro. Auch dieser Deckel wurde im Juli gesenkt, vorher waren es 30.000 Euro.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Rechnungen im Kopf auseinanderfallen.

Ein Beispiel aus einem Einfamilienhaus in Berlin-Lichtenrade: Angebot für die Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau, Pufferspeicher und Elektroarbeiten 41.000 Euro. Förderfähig sind davon 28.000 Euro. Selbstnutzer, alte Gasheizung von 2001, Einkommen über den Bonusgrenzen: 30 Prozent plus 16 Prozent ergibt 46 Prozent auf 28.000 Euro, also 12.880 Euro Zuschuss.

Bleiben 28.120 Euro Eigenanteil. Das ist eine ehrliche Zahl, und sie ist etwas anderes als die Schlagzeile “bis zu 80 Prozent”.

Die 80 Prozent erreicht ein selbstnutzender Haushalt mit einem zu versteuernden Einkommen unter 30.000 Euro. Dann sind es 22.400 Euro auf die erste Wohneinheit. Für ein Mehrfamilienhaus in Wedding mit acht Einheiten summiert sich der Deckel auf 28.000 plus fünfmal 15.000 plus zweimal 8.000 Euro, also 119.000 Euro förderfähige Kosten. Vermieter bekommen darauf allerdings nur die 30 Prozent Grundförderung.

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Was zahlt das Land Berlin zusätzlich?

Berlin fördert über die Investitionsbank Berlin mehrgleisig: HeiztauschPLUS für den Austausch alter Heizungen, Effiziente GebäudePLUS für Sanierungen an Hülle und Anlagentechnik, SolarPLUS für die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe, dazu zinsgünstige Kredite.

Das ist der Vorteil, den Eigentümer in Brandenburg nicht haben, und der in bundesweiten Ratgebern regelmäßig untergeht.

Effiziente GebäudePLUS zielt auf Bestandsgebäude mit Bauantrag vor Februar 2002, also auf fast den gesamten Berliner Wohnbestand. Antragsberechtigt sind neben privaten Eigentümern auch Wohnungseigentümergemeinschaften und Genossenschaften. Gerade für WEGs in Charlottenburg oder Steglitz ist das relevant, weil beim Bundeszuschuss die Selbstnutzer-Boni je Wohnung einzeln nachgewiesen werden müssen und die Förderquote dadurch oft niedriger ausfällt als erhofft.

Zu den konkreten Beträgen sage ich Ihnen bewusst nichts Auswendiges. Die Landesprogramme werden häufiger angepasst als die Bundesförderung und stehen unter Haushaltsvorbehalt. Prüfen Sie die aktuelle Richtlinie bei der IBB, bevor Sie einen Auftrag vergeben, und lassen Sie sich die Kumulierung mit dem KfW-Zuschuss dort schriftlich bestätigen.

Eine Regel gilt immer: erst Förderzusage, dann Auftrag. Der Liefervertrag muss unter dem Vorbehalt der Förderung stehen, sonst ist das Geld weg, bevor der Antrag im Portal “Meine KfW” überhaupt gestellt ist.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Berliner Altbau?

Häufiger, als der Ruf vermuten lässt. Die Feldstudien des Fraunhofer ISE zu Wärmepumpen im Bestand zeigen: Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, die das Haus an den kältesten Tagen braucht.

Die praktische Grenze liegt bei rund 55 Grad. Darunter arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wirtschaftlich, darüber fällt die Jahresarbeitszahl spürbar ab.

Gemessen wurden in den Bestandsgebäuden der Studie Jahresarbeitszahlen in einer Größenordnung um 3, mit deutlicher Streuung nach oben und unten. Übersetzt heißt das: aus einer Kilowattstunde Strom werden etwa drei Kilowattstunden Wärme.

Zwei Praxis-Tipps aus Gebäuden, die ich im Rahmen der Ausweiserstellung aufgenommen habe:

Erstens: Messen Sie, bevor Sie planen. Drehen Sie an einem kalten Januartag die Vorlauftemperatur Ihrer bestehenden Heizung schrittweise herunter, bis es in den Räumen unangenehm wird. Wo es kippt, das ist Ihre reale Grenze. Viele Berliner Altbauwohnungen laufen mit 70 Grad, obwohl 55 reichen würden, weil die Kurve seit dem Einbau nie angefasst wurde.

Zweitens: Heizkörper vor Fassade. Der Austausch einzelner alter Rippenheizkörper gegen tiefe Plattenheizkörper senkt die nötige Vorlauftemperatur oft erheblich und kostet einen Bruchteil einer Fassadendämmung. Bei Gründerzeithäusern mit Stuckfassade, wo außen ohnehin nichts geht, ist das häufig der einzige sinnvolle Weg.

Ein Sonderfall betrifft Berlin besonders stark: Gebäude mit Gasetagenheizungen. Dort hängt an jeder Wohnung ein eigenes Gerät, und der Umstieg auf eine zentrale Wärmepumpe bedeutet erst einmal ein neues Leitungsnetz im ganzen Haus. Das ist machbar, aber es ist ein anderes Projekt als der Tausch eines Kellerkessels. Wie sich das im Ausweis niederschlägt, habe ich im Beitrag zum Energieausweis bei Gasetagenheizung beschrieben.

Und bevor Sie irgendetwas beauftragen: Prüfen Sie, ob Ihre Adresse in einem Gebiet liegt, für das die kommunale Wärmeplanung einen Fernwärmeanschluss vorsieht. Das ändert die Rechnung komplett.

Was macht die Wärmepumpe mit Ihrem Energieausweis?

Sie verbessert ihn in der Regel deutlich. Die Klasse eines Wohngebäudes hängt am Endenergiebedarf, und bei der Wärmepumpe ist das der Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Aus einem Haus in Klasse F wird so schnell ein Haus in Klasse B oder C, ohne dass ein einziger Ziegel gedämmt wurde.

Genau deshalb erlebe ich es oft, dass ein Bedarfsausweis nach dem Heizungstausch der wirtschaftlichste Schritt überhaupt ist. Was Klassen im Ausweis konkret bedeuten, erkläre ich in der Übersicht zu den Energieklassen.

Beim Primärenergiebedarf, der zweiten Kennzahl im Ausweis, kommt eine Änderung auf uns zu. Der Faktor für Strom liegt heute bei 1,8. Mit der neuen Berechnungsgrundlage sinkt er auf 1,5, weil im Netz mehr erneuerbarer Strom steckt. Wärmepumpen schneiden dann noch besser ab.

Ändert das Gebäudemodernisierungsgesetz etwas für Wärmepumpen-Besitzer?

Beim Heizen sofort, beim Energieausweis erst später. Das GModG wurde am 10. Juli 2026 beschlossen. Der Ausweis-Teil greift voraussichtlich erst Anfang 2027, sechs Monate nach der Verkündung. Bis dahin gilt für Ihren Ausweis das bekannte Recht.

Die 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien beim Heizungstausch ist gefallen. Sie dürfen wieder frei wählen. Die Wärmepumpe bleibt trotzdem die Variante, die dauerhaft gefördert wird und die keine Beimischungspflichten für grüne Brennstoffe nach sich zieht.

Für den Energieausweis sind drei Punkte wichtig. Die neue Skala von A bis G kommt ausschließlich für Nichtwohngebäude, Wohngebäude behalten A+ bis H. Bestandsausweise bleiben ihre vollen zehn Jahre gültig, es gibt keine Austauschpflicht. Und ab dem Stichtag wird nach neuen Faktoren gerechnet, was dasselbe Gebäude anders einstufen kann.

Was das im Detail bedeutet, habe ich in einem eigenen Beitrag zusammengetragen: GModG beschlossen, was jetzt für Berliner Eigentümer gilt.

Praktisch heißt das für Sie: Wenn die Wärmepumpe dieses Jahr eingebaut wird, lassen Sie den neuen Ausweis auch dieses Jahr erstellen. Er zeigt dann die Verbesserung, gilt zehn Jahre und ist bei Verkauf oder Neuvermietung sofort verwendbar.

Welche Fehler kosten Berliner Eigentümer am meisten Geld?

Der teuerste Fehler ist die falsche Reihenfolge: erst den Handwerker beauftragen, dann an die Förderung denken. Danach kommt der Verzicht auf den Ausweis nach dem Tausch.

Vier Stolperfallen, die ich regelmäßig sehe:

Auftrag vor Förderzusage. Ohne die aufschiebende oder auflösende Bedingung im Vertrag ist die Maßnahme förderschädlich begonnen. Der Zuschuss ist dann verloren, nicht verschoben.

Vermieter rechnen mit Selbstnutzer-Boni. Klimageschwindigkeits- und Einkommensbonus gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer. Wer ein Mietshaus in Neukölln saniert, plant mit 30 Prozent, nicht mit den 80 aus der Überschrift.

Lärmschutz übersehen. Seit Anfang 2026 müssen Luft-Wasser-Wärmepumpen im Außengerät deutlich leiser sein als der Grenzwert der Ökodesign-Verordnung, sonst sind sie nicht förderfähig. In der Berliner Blockrandbebauung mit engen Höfen ist das ohnehin das Thema, an dem Projekte scheitern.

Der alte Ausweis bleibt liegen. Ein Ausweis aus 2019 zeigt die Gasheizung. Wer 2027 verkauft, legt einem Käufer die schlechtere Zahl vor und diskutiert über den Preis, obwohl im Keller längst eine Wärmepumpe steht.

Der letzte Punkt ist der, bei dem ich am häufigsten helfe. Nach dem Heizungstausch nehme ich die neuen Anlagendaten telefonisch auf, Typenschild und Unterlagen schicken Sie mir als Foto. Der Bedarfsausweis fürs Einfamilienhaus kostet 299 Euro, fürs Mehrfamilienhaus 399 Euro, jeweils Festpreis mit Best-Case-Optimierung und Lieferung in 24 Stunden. Mehr dazu im Beitrag zum Energieausweis für den Berliner Altbau und in der Übersicht Energieausweis für altes Haus.

Fazit

Die Förderung ist 2026 immer noch erheblich, aber sie ist unübersichtlicher geworden: Bundeszuschuss mit vier beweglichen Teilen, dazu die Berliner Landesprogramme. Rechnen Sie mit dem Deckel von 28.000 Euro, nicht mit Ihrer Angebotssumme, und klären Sie die Förderzusage vor der Auftragsvergabe.

Und wenn die Wärmepumpe läuft, holen Sie sich den Ausweis, der das auch zeigt.

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Stephan Grosser, Energieausweis-Experte Berlin
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